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QM-System

Warum sollte eine Praxis ein Qualitätsmanagementsystem einführen und zertifizieren?


Die Einführung eines QM-Systems für Arztpraxen ist aus drei Gründen von hoher Priorität für jede Praxis:

  • Gesetzliche Anforderungen
    Mit der Änderung des Sozialgesetzbuches im Rahmen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) sind Arztpraxen seit Januar 2004 verpflichtet, ein internes QM-System einzuführen. Konkrete Anforderungen hierzu hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) festgelegt. Eine Zertifizierung ist zurzeit nicht vom Gesetzgeber gefordert.
  • Anforderungen der Kassen
    Im Rahmen Abschlüsse von Einzelverträgen und zur integrierten Versorgung sind teilweise schon durch eine Zertifizierung nachgewiesene QM-Systeme Vertragsbestandteil. Praxen, die kein zertifiziertes QM-System nachweisen können, sind von diesen Leistungssegmenten und damit von Umsatzmöglichkeiten ausgeschlossen.
  • Wettbewerbsvorteil
    Arztpraxen, die erfolgreich QM einführen, haben klar messbare positive Ergebnisse. Die positiven Ergebnisse beziehen sich sowohl auf die Qualität der Versorgung, als auch auf wirtschaftliche Aspekte (beispielsweise durch deutliche Erhöhung des IGeL-Umsatzes oder durch Kosteneinsparungen).

 

Qualitätsmanagementsysteme im Vergleich

Viele niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten sind unsicher, welches der zahlreichen QM-Systeme für sie geeignet ist.

Aus Sicht der GREEN & IBEX GmbH sind vier QM-Systeme von besonderem Interesse: ISO 9001:2000,  KTQ®, QEP® und EPA®. Jedes dieser QM-Systeme hat Vor- und Nachteile, insgesamt decken diese Systeme aber nahezu die gleichen Aspekte ab.

1. ISO 9001:2008

Die DIN EN ISO 9001 ist das klassische QM-System. Vorteil der ISO ist, dass es sich um eine internationale Norm handelt, die in allen Branchen und insbesondere in allen Sektoren des Gesundheitswesens anwendbar ist. Als Nachteil werden oft die sehr spezifische und technische QM-Sprache, die teilweise für Arztpraxen nicht sinnvollen Anforderungen sowie hohe Zertifizierungskosten genannt. Gleichwohl ist eine Zertifizierung nach ISO sicherlich eine gute Wahl für Praxen.

2. QEP®

Das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelte Modell “Qualität und Entwicklung in Praxen” ist neben der ISO das weitverbreiteste Zertifizierungsverfahren für Praxen. Im QEP®-Qualitätszielkatalog sind die Anforderungen an die Praxen formuliert. In viele Kassenärztliche Vereinigungen wird das QEP®-Einführungsseminar angeboten.

Die Vorteile des QEP®-Modells liegen in der organisatorischen Unterstützung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen sowie die spezifisch auf Arztpraxen ausgerichteten Anforderungen. Die an eine Zertifizierung nach dem QEP®-System gestellten Anforderungen sind umfangreich, aber sicherlich auch sinnvoll.

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

3. KTQ®

Das QM-Modell der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen hat sich im Krankenhaus-Bereich weitgehend durchgesetzt. Die KTQ-GmbH, deren Gesellschafter die Spitzenverbände der Krankenkassen, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat, die Bundesärztekammer sowie der Hartmannbund sind, hat auf der Basis der Erfahrungen im stationären Sektor ein Bewertungs- und Zertifizierungssystem speziell für Arztpraxen entwickelt. Inzwischen sind einige Praxen nach diesem Modell zertifiziert.

Vorteile des KTQ®-Modells sind die spezifisch auf Arztpraxen ausgerichteten Anforderungen, die Erreichbarkeit der Zertifizierung mit angemessenem Aufwand sowie die Systemähnlichkeit mit dem KTQ®-Modell für den stationären Bereich.
Weitere Informationen unter
www.ktq.de.

4. EPA®

Das “Europäisches Praxisassessment” wird von der Bertelsmann-Stiftung gefördert. Ein Arzt (peer review) begeht anhand einer Checkliste die Praxis und bespricht mögliche Verbesserungspotentiale. Wichtigster Vorteil dieses Verfahrens ist das wechselseitige Lernen sowie die systematische Möglichkeit zum Benchmarking.

Weitere Informationen unter
www.praxistest.de
www.aqua-institut.de